Der unterirdische Wald

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ISBN: 978-3-948075-24-8
410 Seiten, Leinen, gebunden mit Leseband
Die historiographische Debatte über die von England ausgehende Frühindustrialisierung (1760-1830) und ihre diversen Verläufe in den Schlüsselstaaten Kontinentaleuropas ist bis heute ungebrochen lebhaft und zeitigte eine immense Zahl an Aufsätzen und Monographien.

In den vergangenen vier Jahrzehnten gesellten sich vor allem Beiträge hinzu, die umwelthistorische und sozialmetabolische Faktoren fokussierten. Unter diesen kommt Rolf Peter Sieferles Studie Der unterirdische Wald - Energiekrise und Industrielle Revolution, nun endlich neuaufgelegt, herausragende Bedeutung zu. 

Auf quellengesättigte und zugleich synoptische Weise werden der englische und deutsche Weg von der Agrar- zur Industriegesellschaft, vom Solarenergie- zum Fossilenergieregime anhand der Nutzung des Energieträgers Kohle, der eine wesentliche Rolle auf diesem Weg spielte, aufgezeigt.

Sieferle gelingt es, anschaulich darzustellen, wie der Druck eines an seine Grenzen stoßenden Ertrages aus der Fläche (Holzkrise), die Kohlenutzung, und damit wechselseitig den technischen Fortschritt, ankurbelte. Dabei wird deutlich, daß der in diesem Prozeß produzierter Wohlstand, zu einem ökologischen Preis kommt. 

Es zeichnet sich zunehmend die Gefahr ab, daß menschliche Handlungen einerseits ausreichen, natürliche Kreislaufsysteme zu zerstören, andererseits aber nicht die Komplexität besitzen, neue sinnvolle Gleichgewichte zu erzeugen. Hierin wird ein neuer »Widerstand« der Natur sichtbar.

Eine umwelthistorische Pionierstudie, die man gelesen haben sollte!