Architektur


Architektur und Kulturlandschaften können nicht getrennt voneinander betrachtet werden. Während die Formen traditioneller Architektur im Einklang mit den natürlichen Gegebenheiten stehen und sich in diese einfügen, stemmen sich die modernen Bauweisen mit Hilfe von Stahlträgern und Beton gegen die Natur. Der architektonische Widerstand gegen das Natürliche kommt allerdings zu einem ökologischen Preis: Modernes Bauen ist energieintensiv und abhängig von globalen Lieferketten. Wenn wir in Zukunft ökologischer bauen wollen, bedarf es einer neuen organischen Architektur, die über das einzelne Bauwerk hinausgeht und die gesamte Siedlung bzw. Stadt mitdenkt.

Identität & Gedächtnis: Denkmäler und politische Architektur von 1800 bis zur Gegenwart
Brandenburger Tor, Reichstag, Wiener Ringstraße und Walhalla sind ebenso politische Architektur wie die Kelheimer Befreiungshalle und das Leipziger Völkerschlachtdenkmal, das 1945 gesprengte Tannenbergdenkmal, das Marine-Ehrenmal in Laboe und all die zahlreichen Gedenkstätten für die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkrieges bis hin zu den sowjetischen Ehrenmalen, die nach 1945 in Deutschland errichtet wurden, und den Gedenkstätten für die NS-Opfer.Auch Nutzbauten wie jene der Bauhaus-Bewegung und die Arbeiterburgen des „Roten Wien“ folgten ideologischen Vorgaben. Der Nationalsozialismus verstand Architektur überhaupt als „gebaute Weltanschauung“, wofür zahlreiche Beispiele in Wort und Bild gebracht werden.Nach dem Zweiten Weltkrieg geriet die seit 1800 errichteten Bedeutungsarchitektur zunehmend in Verruf -und davon war nicht nur jene des Dritten Reiches betroffen. Gleichzeitig wird der politischen Architektur von heute gehuldigt, deren politische Aussage eine komplett andere geworden ist, wie sich etwa anhand des Bonner „Langen Eugen“ und dem Kanzlerbungalow zeigen lässt.Es gibt aber auch eine Gegenbewegung – die Rekonstruktionsbewegung  –, der der Autor ein eigenes Kapitel widmet. Dresdner Frauenkirche oder Berliner Stadtschloss sind dafür nur die prominentesten Beispiele.

24,90 €*

Gebaute Lebensräume
Lebensräume - Nicht nur für drinnen. Bebauungspläne, einmal ausgeführt, können eine Strafe sein. Lebenslänglich. Für die, die damit leben müssen. Verbaut ist verbaut. Öde, Lärm, Angst der Eltern um ihre Kinder, gefährliche Geschwindigkeit, Isoliertheit, Unbehaustheit, Monotonie – das alles ist schnell festgelegt, aber kaum mehr zu beheben. Es geht aber auch anders: Auch freudiges Nachhausekommen, Spiele und Gespräche vor der Haustür, Platz für Gras und Bäume, Raum und Gestalt, Geborgenheit, Zuhause lassen sich planen. Das Planungselend wird eher größer, der Hunger nach Qualität auch...

7,95 €*

TIPP
Der Verlust des Ortes
Volker Mohr, Architekt und Schriftsteller, dürfte den Kehre-Lesern durch seine zwei Aufsätze, »Ökologie im Spiegel der Ortlosigkeit« und »Baukultur und Masse«, einmal in der Kehre  4 »Migration« sowie der Kehre  8 »Massengesellschaft« ein Begriff sein. Zusätzlich zu diesen beiden Aufsätzen, und seinem literarischen Schaffen in dem von ihm verantworteten Loco-Verlag, hat Mohr für den Verlag Antaios einen Band in der reihe kaplaken verfaßt.In diesem kaplaken über den »Verlust des Ortes« umkreist er die Auswirkungen einer »Perfektion der Technik« ebenso wie die daraus resultierende Entortung des Menschen und Vernutzung aller noch unberührten oder nur organisch in den Dienst genommenen Räume. Wer Mohr liest, begreift, warum der Mensch den Ort braucht; warum er ohne ihn herunterkommt und zur Verfügungsmasse einer Industrie für den Massenkonsum verkommt. Gegenkräfte sieht Mohr in der Rückverzauberung der Welt, in der Entschleunigung des eigenen Lebens und darin, dem Poetischen und Nicht-Bezifferbaren im Leben einen hohen Stellenwert einzuräumen. Ein Programm für wenige, keines für die Massengesellschaft: Vom Einzelnen, aber auch von den maßgebenden Persönlickeiten bedarf es der Abkehr vom technischen-mechanistischen Weltbild. Die Erde besteht aus sehr viel mehr als aus funktionalen Abläufen. (...) Nicht ein Rückwärtsblicken oder -schreiten ist verlangt, sondern Umsicht in jeder Beziehung. Umsicht verlangt aber, daß man einen Standpunkt hat – nicht einen entlehnten, sondern einen eigenen, unabhängigen. Und, daß man den eigenen Ort in seinem Herzen findet, wodurch man Identität zu stiften vermag.Leseempfehlung!

10,00 €*

Und altes Leben blüht aus den Ruinen: Rekonstruktion in Architektur und Kunst seit 1990
Scheinbar instinktiv hat eine sehr große Zahl von Menschen ein verblüffend ähnliches Gespür für als schön oder hässlich empfundene Stadträume. Sehr häufig wird historischer/historisierender Architektur der Vorzug vor modernistischen Neubauten gegeben. Immer wieder ist zu hören, dass viele deutsche Städte ein Defizit an historischer Architektur und damit an urbaner Ästhetik aufweisen. Dies ist die Folge sowohl der Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges als auch der modernistischen Stadtplanungen und Abrisse der Nachkriegszeit.Hier setzt die heutige Rekonstruktionsbewegung an. Sie bemüht sich darum, verlorene historische Gebäude erneut zu errichten. Sie versucht, bedeutende historische Bauwerke oder Stadtensembles notfalls auch durch den Nachbau von Kopien zurückzuholen. Sie möchte die von falschen Planungen oft zerrissenen Stadtbilder heilen und schöne Orte (wieder) erschaffen.Dieses Buch widmet sich der deutschen Rekonstruktionsbewegung zwischen 1990 und 2020. Vorgestellt werden Projekte ganz unterschiedlicher Entwicklungsgeschichten. Oft stecken engagierte Bürgerinitiativen hinter der Realisierung, nicht selten gegen Widerstände aus Architektenschaft und Politik. Es gibt aber auch Rekonstruktionen, die von privaten Bauherren, Stiftungen oder gar politischen Gremien initiiert oder maßgeblich vorangetrieben werden.

29,90 €*

„Kulturbolschewismus“ oder „Ewige Ordnung“: Architektur und Ideologie im 20. Jahrhundert
Die Architektur ist seit der Jahrhundertwende um 1900 zum Schauplatz erbittert ausgetragener ideologischer Kämpfe geworden: Klassizismus gegen Gründerzeit, Bauhaus versus Heimatstil, Moderne gegen Postmoderne, Flachdach gegen Steildach usw. Der Streit um die architektonischen Formen wurde seit der Russischen Revolution 1917 auch ein eminent politischer. Die Erbitterung, mit der bis zum heutigen Tag um Aussagen und Begriffe, „Diktatoren-Klassizismus“, „Ornament ist ein Verbrechen“ oder „Verlust der Mitte“, diskutiert wird, belegen dies.So unterschiedliche Exponenten wie Peter Behrens, Adolf Loos, Le Corbusier, Frank Lloyd Wright, Heinrich Tessenow, Albert Speer oder Paul Schulze-Naumburg stehen für verschiedene Lebensgefühle, aber auch für verschiedene politische Weltentwürfe des 20. Jahrhunderts. Ihre Auseinandersetzungen sind für die Architektur und damit für das Aussehen der uns umgebenden Landschaft bis heute von großer Bedeutung.

19,90 €*